· Christian Eichberger zedlBelegerfassungSaaSSide-ProjectAI-first

Zedl.app: Wie wir ein SaaS-Produkt nebenbei gebaut haben

Zusammenfassung

Christian Eichberger und Sebastian Beyer von ex-nihilo GmbH haben zedl.app entwickelt, während sie beide Vollzeit arbeiteten. Auslöser war ein klassisches Problem: fehlende Belege kurz vor der Quartalsabgabe und Thermopapier-Ausdrucke auf einem Stapel. Zedl scannt Belege per App oder Browser, liest Datum, Betrag und Steuersatz automatisch aus, erkennt Reverse Charge und exportiert direkt in BMD- oder DATEV-Format. Gebaut ohne klassisches Line-by-Line-Programmieren, mit einem AI-first Entwicklungsansatz und Coding Agents.

Was zedl.app tut

Zedl ist eine Belegerfassungs-App für EPUs, Freelancer und Einzelunternehmer im DACH-Raum.

Das Prinzip: Beleg fotografieren oder hochladen, fertig. Zedl liest Datum, Betrag und Steuersatz automatisch aus, schlägt Reverse Charge vor, wenn es passt, und exportiert das Ergebnis direkt im BMD- oder DATEV-Format — fertig für die Buchhaltung. Am PC und mobil, immer dabei.

Kein Vendor Lock-in. Daten sind verschlüsselt und bleiben in der EU. Änderungssicher gespeichert bis zu zehn Jahre.

Die ersten zehn Belege sind kostenlos, keine Kreditkarte nötig: zedl.app

Wie es dazu gekommen ist

Das Problem hat uns selbst getroffen. Ich arbeite beruflich mit Daten- und KI-Plattformen — und trotzdem fehlte mir bei meiner eigenen Firma der Überblick über die Belege. Jedes Quartal das gleiche Spiel: Steuerberaterin meldet sich. Irgendein Beleg fehlt schon wieder.

Meine Frau hatte das gleiche Problem in anderer Form: Teile ihrer Belege lagen in einer Mappe, ungescannt, auf Thermotinte.

Sebastian und ich kennen das aus dem Alltag. Wir wollten uns die nervenaufreibende Arbeit selbst abnehmen und haben eine Lösung gebaut, die uns Spaß macht.

Wie wir entwickelt haben

Wir haben zedl gegen Ende des letzten Jahres gebaut, während wir beide Vollzeit gearbeitet haben. Ohne externes Entwicklerteam. Ohne Off-shore-Entwickler.

Was sich verändert hat, ist nicht das Tool, sondern das Denken.

KI nutzen heißt für uns nicht: ChatGPT fragen und Code kopieren. AI-first bedeutet, Prozesse, Architektur, Tests und Dokumentation so zu bauen, dass ein Coding Agent sinnvoll arbeiten kann. Mit klaren Leitplanken. Mit überprüfbaren Ergebnissen. Die Verantwortung bleibt bei uns.

Konkret sieht das so aus: Wir beschreiben ein Feature so, dass der Agent den Kontext hat der nötig ist, um es richtig umzusetzen. Er schreibt uns auf Telegram wenn er fertig ist. Je nach Feature dauert das Minuten oder einige Stunden.

Was dabei entstanden ist, ist keine Automatisierung im alten Sinne. Es ist ein anderes Verhältnis zur Entwicklungsarbeit.

Was wir dabei gelernt haben

Drei Punkte haben sich für uns als entscheidend herausgestellt:

Die meisten, denen wir das zeigen, reagieren zuerst mit Skepsis. Für uns ist es mittlerweile so normal wie früher das Programmieren selbst.

Für wen zedl.app gemacht ist

Wer sich jedes Quartal das Nachreichen antut, die EPUs und Freelancer die wissen wie nervig fehlende Belege sind, Zahnärzte und andere Einzelunternehmer mit vielen kleinen Belegen, wer das Nutzerinterface von BMD genauso hässlich und unintuitiv findet wie wir — für die ist Zedl gebaut.

Konkret profitieren:

Häufige Fragen

Was kann zedl.app automatisch erkennen? Zedl liest Datum, Betrag und Steuersatz aus einem Beleg aus. Bei innergemeinschaftlichen Leistungen schlägt die App Reverse Charge automatisch vor. Die Erkennung läuft per Google Document AI im Hintergrund.

Welche Exportformate unterstützt zedl? Aktuell BMD und DATEV, außerdem CSV und Excel. Damit ist der Export direkt in gängige Buchhaltungsprogramme im DACH-Raum abgedeckt.

Wo werden meine Daten gespeichert? Alle Daten sind verschlüsselt und bleiben in der EU. Die Aufbewahrung ist änderungssicher bis zu zehn Jahre, wie es für Buchhaltungsbelege gesetzlich vorgeschrieben ist.

Gibt es einen Vendor Lock-in? Nein. Belege können jederzeit exportiert werden. Das war uns beim Bau wichtig, weil wir selbst keinen Vendor Lock-in wollen.

Was kostet zedl.app? Die ersten zehn Belege sind kostenlos, keine Kreditkarte nötig. Danach gibt es ein einfaches Volumenmodell. Details unter zedl.app.

Kann man zedl auch mobil nutzen? Ja. Die App funktioniert am PC und mobil, Belege können direkt mit dem Handy fotografiert und hochgeladen werden.

Hat ihr zedl.app mit KI gebaut? Ja, in dem Sinn, dass wir nicht jede Zeile Code selbst geschrieben haben. Wir haben Anforderungen beschrieben, Architektur und Tests gestaltet und Coding Agents die Umsetzung machen lassen. Ausführlicher beschrieben im Artikel AI-first Softwareentwicklung.

Ist zedl ein Produkt von ex-nihilo? Zedl ist ein eigenständiges Produkt, das Sebastian Beyer und Christian Eichberger von ex-nihilo als Side-Project entwickelt haben. Es ist ein Beispiel dafür, was kleine Expertenteams mit dem richtigen Prozess und AI-first Ansatz heute bauen können.

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